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Donnerstag, 23. November 2017
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Buchvorstellung mit Kurt Gritsch

Cover Gritsch Ausschnitt

Im Bild ein Ausschnitt aus dem Cover der Publikation von Kurt Gritsch

Im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung 2017 hatte die Stadtbibliothek Bruneck am 2. Mai 2017 den Zeithistoriker Kurt Gritsch nach Bruneck eingeladen. Er hätte am Nachmittag für Oberschüler im UFO sein Buch "Vom Kommen und Gehen" vorgestellt, das die Migration in Südtirol zum Thema hat. Auch Klassen der WFO Bruneck waren dazu eingeladen.

Da der Referent an besagtem Mai-Tag aber leider an seinem Wohnsitz in der Schweiz eingeschneit war, musste die Veranstaltung verschoben werden. Am 10. Oktober 2017 wurde sie nun nachgeholt, und die 3. Klassen durften teilnehmen. Das Mediotheksteam bedankt sich bei der Stadtbibliothek für das wertvolle Angebot!

 

 

 

Mit Vorurteilen aufräumen

Zum Vortrag von Kurt Gritsch am 10.10.2017

 

Migration gab es schon immer

In seinem Vortrag erklärt Kurt Gritsch, dass Migration und Wanderung nichts Neues in der Geschichte der Menschen sind. Bereits Adam und Eva kann man laut der Schöpfungsgeschichte als Flüchtlinge bezeichnen, denn sie wurden aus dem Paradies verjagt und mussten sich zwangsläufig einen neuen Wohnort suchen.

 

Menschen auf der Flucht

Weltweit gibt es momentan etwa 65 Mio. Flüchtlinge. Darunter sind nicht nur Kriegsflüchtlinge, sondern auch Wirtschaftsflüchtlinge. Kurt Gritsch betont, dass die EU Wirtschaftsflüchtlinge abschieben will, weil sie keine ausreichenden Gründe für ihre Flucht hätten. Dabei schaffen genau die europäischen Industrieländer mit ihren subventionierten Lebensmitteln zu billigen Preisen Fluchtursachen, weil sie den Markt der einheimischen Landwirte in Afrika zerstören und ruinieren. Sie betreiben Landraub und überfischen die Meere an den Küsten der Entwicklungsländer. Viele Einheimische verlieren dadurch ihre Arbeit und kommen nicht mehr über die Runden. Nicht selten kommt es dann vor, dass ein junger Mann in der Familie auswandert, um monatlich Geld nach Hause schicken zu können.

 

Sind Südtiroler nicht auch Wirtschaftsflüchtlinge gewesen?

Bis in die 90er-Jahre galt Südtirol als Auswanderungsland. Während der Option sind zahlreiche Südtiroler nach Deutschland gegangen, nur 1/3 ist zurückgekehrt. Sie hatten sich dort ein neues Leben aufgebaut und es ging ihnen wirtschaftlich besser als im armen Südtirol.

 

Zurück nach Lybien?

Laut Landeshauptmann Kompatscher sollen Wirtschaftsflüchtlinge aus Afrika nach Libyen abgeschoben werden. Die EU soll dort ein Lager finanzieren, um sie dort unterzubringen. Die Caritas hat aber auf die unmenschlichen Bedingungen in den lybischen Lagern aufmerksam gemacht, sie erwähnt Überfüllung, Krankheiten und Vergewaltigung. Außerdem befindet sich in Europa nur etwa 1% der weltweiten Flüchtlinge, während beispielsweise im Libanon die Hälfte der Einwohner Immigranten aus Syrien sind.

 

Sind die Flüchtlinge wirklich so kriminell?

In den Medien werden die Flüchtlinge als gewalttätig und kriminell dargestellt und auch die Parteien schüren die Angst der Bevölkerung. Grundsätzlich gibt es unter den Flüchtlingen aber nicht mehr Kriminelle als in jeder Gesellschaft, bekräftigt Kurt Gritsch. Ein Grund für die häufigen Gewaltausbrüche ist die Respektlosigkeit der Jugendlichen. Kosovo, das ärmste Land Europas, hat 45% Arbeitslosigkeit, davon sind 70% Jugendliche. 1/3 der Menschen leben unter der Armutsgrenze von 2 $ pro Tag. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt, sie finden keine Arbeit und Schulen sind zu teuer. Kinder haben keine Hoffnung für die Zukunft.

 

Angst vor dem Fremden

Kurt Gritsch erzählt uns von einer Zugreise, durch die er verstanden hat, dass man seine Angst überwinden muss: Er war damals 22 und mit vier Schwarzen im Abteil. Nach einiger Zeit hat er ein Gespräch mit ihnen begonnen und hat herausgefunden, dass zwei von ihnen Priester waren und zwei Metallarbeiter. Jetzt weiß er, dass nicht wir Angst vor ihnen haben müssen, sondern dass ihre Angst vor uns noch viel größer ist.

 

Die sind doch nur Sozialschmarotzer!

Wir Europäer haben zahlreiche Vorurteile gegenüber Flüchtlingen: Wir sagen, sie wären nicht arm, weil wir sehen, dass sie ein Smartphone besitzen. Doch wir wissen nicht, dass die ganze Familie ihr Geld zusammenlegt, damit sie in Kontakt bleiben können. Wir sagen, sie würden uns die Arbeit wegnehmen, aber wir merken nicht, dass sie Arbeiten verrichten, die bei uns niemand ausüben würde. Wir sagen, dass sie Sozialschmarotzer sind, aber wir wollen es nicht hören, wenn uns jemand sagt, dass von 5 Mrd. Euro Steuergeldern allein in Südtirol etwa eine Mrd. hinterzogen werden.

 

Ich glaube, dass dieser Vortrag nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Schülern die Augen geöffnet hat. Kurt Gritsch hat gezeigt, dass wir nicht alles glauben dürfen, was wir hören und sehen. In den Familien der Flüchtlinge ist die Situation oft schlimmer, als wir sie uns je vorstellen können. Wir müssen aufhören mit unseren Vorurteilen und verstehen, wenn jemand unsere Hilfe braucht. Jetzt weiß ich, dass man nicht über die Flüchtlinge urteilen kann, wenn man nicht genauestens informiert ist, weil vieles anders ist, als es von außen scheint.

Sara Reier (3C)

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