40 Jahre
Montag, 21. Mai 2012
Sie befinden sich hier:

Schulprofil

schulprofil Die Rolle der Handelsoberschule in der heutigen Bildungsdiskussion

 

Eine Arbeitsgruppe der Handelsoberschule Bruneck hat sich mit Bildungsentwürfen und dem Verhältnis zwischen Schule, Gesellschaft und Arbeitswelt beschäftigt. Dabei hat man auch versucht für den eigenen Schultyp eine Positionierung zu finden.

 

Die Schule heute - gerade in Italien ständigen Reformentwürfen unterworfen. Dies spiegelt zum einen sicherlich die Notwendigkeit von Reformen im schulischen Bereich wieder, zum anderen beweist es auch die Schwierigkeit neue Ausrichtungen zu finden, wobei das auch symptomatisch für eine sehr dynamische Gesellschaft ist, die selbst nach Orientierung ringt.

Die Schule hat in den 90er Jahren auch in Italien und in Südtirol neue Impulse erfahren und Fortschritte gemacht. Man denke hierbei an die Schulautonomie, neue offene Lernformen oder die Abkehr von der reinen Wissens- und Informationsvermittelung zu einer Ausbildung, welche Wissen und Schlüsselkompetenzen in den Mittelpunkt stellt.
Nicht zuletzt aufgrund der PISA-Studien kam und kommt es in ganz Europa zu Diskussionen entlang neuer, aber auch altbekannter Spannungslinien, zumal die Debatte wieder einen verstärkt ideologischen Charakter bekommen hat, obwohl es weniger um Inhalte und Lehrpläne geht. Vielmehr geht es um Methodik/Didaktik, aber auch um Tendenzen, Leitbilder und Organisationsstrukturen von Schulen.

Die Fragen ranken sich um Themen und konträre Positionen wie die Rückkehr zu rigideren Erziehungsmodellen (siehe in Deutschland ein neues „Lob der Disziplin" gemäß Bernhard Buebs weitdiskutierten Streitstrift) versus liberalere Konzeptionen mit offenen Lernformen; autoritäre und bestrafende Formen versus partizipative und antiautoritäre Erziehung; Ausleseschule versus integrative Schule (siehe die Endlosdiskussionen in Österreich darüber); Leistungspädagogik contra „mehr Bildung für alle"; Privatisierung  und Bildungsgutscheine  gegen Renaissance der öffentlichen Schule; Ökonomisierung und gesellschaftliche Verwertbarkeit contra eine Gesellschafts-prägende Schule; dynamische Werte gegen wertkonservative Ausbildung.

Unbestritten ist eine neue Wertschätzung der Bildung an sich, obwohl hier in erster Linie die Förderung des „Humankapitals" in der wirtschaftspolitischen Debatte in Zeiten von Globalisierung und Rationalisierungen gemeint ist; geistige und fachliche Qualifikationen als besondere Ressourcen in den Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften, um ein Gegengewicht zu den Billiglohnländern aufzubieten. Weiters erfordert das Internetzeitalter bedeutende Filter und Sortierungsvermögen zum Erkennen von Qualitätsinformationen. Somit wird neben gesteigerten Spezialisierungstendenzen eine bestimmte Allgemeinbildung an Gewicht gewinnen. Und diese Allgemeinbildung gilt es abermals zu definieren.

Hier will sich die Handelsoberschule einbringen und mit der Vermittlung einer modernen Allgemeinbildung verstärkt ein Wirtschaftsgymnasium sein, das den Schülern Kompetenzen, Denkstrukturen und Wissen für die heutigen Realitäten mit auf den Weg gibt. Zugleich besitzt man den Anspruch über sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Ansätze und Wirtschaftsethik die Schüler zu einer kritischen Analyse von Gesellschaft, Rechtssystem und Wirtschaft zu befähigen. Ein großer Vorteil in dieser Hinsicht besteht darin, dass abstrakten Inhalten auch konkretere Bezüge gegenübergestellt und politische, rechtliche und wirtschaftliche Zusammenhänge aufgezeigt werden. In einer letzthin veröffentlichten Umfrage wünschten viele Maturanten eine verstärkte Förderung dieser Kompetenzen.


Neben einer gediegenen Allgemeinbildung mit einer fundierten Sprachschulung, auch als Vorbereitung auf die Universität, möchte die Handelsoberschule Bruneck weiterhin auf eine qualitativ hochwertige Fachausbildung mit Praxisnähe in den Bereichen Betriebswirtschaft/Handel/Verwaltung und Wirtschaftsinformatik setzen. Dies verschafft den Abgängern Qualifikationen und fachliche Flexibilität zum Bestehen in einem mehrsprachigen Umfeld und auf einem immer enger werdenden Arbeitsmarkt, der auch für eine steigende Anzahl von Akademikern keine Jobs bereithält.


Die Schule, die sich im letzten Jahrzehnt besonders innovativ gezeigt hat (Übungsfirmen, Kooperationen mit italienischen und ausländischen Schulen, multimediale Sprachlabors, Programmierfachrichtung, Laptopklasse, Mediothek und anderes mehr ), kann zudem ein fachliches Fundament vermitteln, das die angedachte „Berufsmatura"  in diesen Bereichen nicht liefern könnte. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, bietet ein Maturaabschluss an der Handelsoberschule Chancen zum Einstieg in die gehobene Berufswelt und Karrieremöglichkeiten ohne akademischen Titel. HOB-Absolventen haben selbst Unternehmen gegründet, sind in vielfältiger Weise freiberuflich tätig und mit Führungsaufgaben in Betrieben, Banken, Versicherungsgesellschaften und im öffentlichen Dienst betraut.

Für die PR-Gruppe: Martin Dapunt

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 25. Juli 2011 um 08:30 Uhr

Anstehende Termine

 
Weitere Termine ...

Deine Meinung

Wie findet ihr die Entscheidung des Schulrates für die Weiterführung der 6-Tage-Woche?
 

Aktuelle Umfrage

Wer gewinnt die Euro 2012 in Polen und in der Ukraine?
 

Online Statistik

   Besucher: 246247
   Besucher heute:
   Seitenaufrufe heute:
Wir haben 2 Gäste online