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Steinhaus222

 Foto: WFO Bruneck

Antisemitismus gestern und heute - so ließe sich das Lebensthema von Federico Steinhaus auf einen kurzen Nenner bringen. Der Meraner Kaufmann, Historiker und Buchautor, der 40 Jahre lang Präsident der regionalen jüdischen Kultusgemeinde und Vertreter der italienischen Juden auf nationaler und internationaler Ebene war, ist am 11. November 2019 als 27. Living Book in der Mediothek zu Gast. Angesichts antisemitischer, rassistischer und ausländerfeindlicher Tendenzen in der Gesellschaft, ist sein Besuch von hoher Aktualität. An der Begegnung nehmen die Klassen 4A und 4D teil.


Beeindruckende Begegnung mit einem jüdischen Zeitzeugen

Am 11. November 2019 hatten die Klassen 4A und 4D die Gelegenheit, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Living Books“ Federico Steinhaus zu begegnen. Der 82-Jährige ist Kaufmann in Meran, aber auch Historiker und Autor. Und er war über 40 Jahre lang Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde in Südtirol. 1939 erfuhr er die Vertreibung der Juden und deren schwerwiegende Folgen am eigenen Leib, als er mit seiner Familie nach Cortona flüchten musste. Zurück in Meran, standen sie vor dem Nichts und mussten sich mühselig eine neue Existenz aufbauen. Diese einschneidenden Erlebnisse haben ihn geprägt und dazu veranlasst, in seinen Büchern die Geschichte der Juden in Südtirol und darüber hinaus zu erzählen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, was “Antisemitismus” eigentlich bedeutet, woher er kommt und warum sich die Vorurteile so hartnäckig über die Jahrhunderte gehalten haben.

Vor allem angesichts der jüngsten Übergriffe und Anfeindungen in Europa kann man von einem neuen Aufflammen des Antisemitismus sprechen. Dieser hat nach der Gründung des Staates Israels auch eine politische Dimension bekommen und ist immer häufiger linksorientiert geworden. Die Vorurteile, die sich in den Köpfen vieler Menschen beharrlich festgesetzt haben, können laut Steinhaus nur durch Aufklärung und Erziehung überwunden werden. Genau dabei möchte er behilflich sein. Leider immer noch eine dringend benötigte Aufgabe!

Trotzdem sieht Steinhaus die positiven Veränderungen in Südtirol mit Freude. Die Zeiten, in denen zum Beispiel kein Mitglied der Südtiroler Volkspartei an jüdischen Veranstaltungen teilnehmen durfte und die jüdische Kultusgemeinde keinen Kontakt zur Provinz hatte, gehörten zum Glück der Vergangenheit an, meinte er zufrieden.

Stefanie Hellweger (4D)

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